Akustik im Großraumbüro verbessern: Maßnahmen, Aufwand und Reihenfolge

Eine Fläche, die schon steht, lässt sich nicht neu planen. Man kann in ihr arbeiten, sie umstellen, ergänzen und an ein paar Stellen umbauen — und zwar möglichst so, dass der Betrieb weiterläuft. Genau darum geht es hier: nicht um das ideale Großraumbüro, sondern um das vorhandene.

Die Reihenfolge ist dabei wichtiger als die Auswahl. Wer mit Stellwänden anfängt, gibt Geld für einen Bruchteil der möglichen Wirkung aus. Wer mit der Decke anfängt, macht alles Weitere billiger. Und einige der wirksamsten Maßnahmen kosten überhaupt nichts, sondern nur eine Verabredung.

Wie eine offene Fläche von Grund auf geplant wird — Zonen, Abstände, Ablenkungsabstand —, beschreibt unser Beitrag zur Planung im Open Space. Hier steht, was danach noch geht.

Zuerst herausfinden, was genau stört

Ein belegtes Großraumbüro liegt im Alltag meist zwischen 45 und 55 dB(A) und damit überwiegend unterhalb der Grenze, die die Arbeitsstättenregel ASR A3.7 für überwiegend geistige Tätigkeiten zieht. Trotzdem kommen die Beschwerden. Das ist kein Widerspruch, sondern der Kern des Problems: Was stört, ist nicht die Lautstärke, sondern der Inhalt. Ein verständliches Gespräch am Nachbartisch bindet Aufmerksamkeit, auch wenn es leise ist.

Vor jeder Bestellung steht eine Frage: Stört der Pegel oder stört der Inhalt? Gegen den Pegel hilft Absorption. Gegen den Inhalt helfen Abschirmung, Abstand und Räume mit Tür.

Bestandsaufnahme in einer Stunde, ohne Messgerät

  • Zur Stoßzeit durch die Fläche gehen. Können Sie in acht Metern Entfernung einem Gespräch inhaltlich folgen? Dann ist der Ablenkungsabstand zu groß.
  • Einmal klatschen. Hängt ein hörbares Nachklingen im Raum, fehlt Absorption. Klingt es trocken und es ist trotzdem unruhig, fehlt Abschirmung.
  • Nach oben schauen. Rohbetondecke, Gipskarton oder Akustikplatte? Das entscheidet, wo der größte Hebel liegt.
  • Beobachten, wo telefoniert wird. Wer im Treppenhaus, im Flur oder im Besprechungsraum telefoniert, zeigt eine Lücke im Raumangebot.
  • Beschwerden verorten. Häufen sie sich an bestimmten Plätzen, liegt es meist an Verkehrsweg, Teeküche, Drucker oder einer harten Wand daneben.

Wenn danach investiert werden soll, lohnt eine Messung nach DIN EN ISO 3382-3: Sie liefert Pegelabnahme, Sprachpegel und Ablenkungsabstand als Zahlen — vor und nach der Maßnahme. Was diese Größen bedeuten, steht in unserem Beitrag zum Open Space.

Die Maßnahmen im Überblick

Die folgende Übersicht ordnet ein, was im laufenden Betrieb überhaupt in Frage kommt. „Aufwand“ meint dabei nicht nur Geld, sondern vor allem Eingriff in den Betrieb: Wie lange kann an den betroffenen Plätzen nicht gearbeitet werden?

MaßnahmeAufwandWirkungWann sinnvoll
Nutzungsregeln vereinbarenkeinergering bis mittelImmer, und immer zuerst
Arbeitsplätze umsetzen, Blöcke neu bildengeringgering bis mittelWenn laute und stille Tätigkeiten gemischt sitzen
Geräuschquellen verlagern (Drucker, Teeküche)geringgering, lokal deutlichWenn Beschwerden sich örtlich häufen
Akustik-Stellwände zwischen Arbeitsplätzengeringmittel, nur mit absorbierender DeckeErgänzend, nicht als Ersatz für die Decke
Teppich statt Hartbodenmittelgering für SpracheGegen Trittschall und Rollgeräusche
Vorhänge vor GlasflächengeringmittelBei großen Fensterflächen und Flatterechos
Wandabsorbergering bis mittelmittelWenn die Decke ausscheidet oder Reflexionen stören
Deckensegel und Baffeln abhängenmittelhochWenn die Decke belegt, aktiviert oder sichtbar bleiben soll
Vollflächige Akustikdeckehocham höchstenBei ohnehin anstehendem Umbau oder Mieterwechsel
Telefonboxen aufstellengeringhoch für die FlächeWenn viel telefoniert wird und kein Raum frei ist
Fokus- und Besprechungsräume nachrüstenmittelhoch für die FlächeWenn dauerhaft Räume fehlen, nicht nur Boxen
Grundgeräusch anpassenmittelmittelZum Schluss, wenn Absorption und Abschirmung stehen
Einordnung aus unserer Projektpraxis. „Wirkung“ meint die Verbesserung für die gesamte Fläche — einzelne Plätze können deutlich stärker profitieren.

Zwei Zeilen fallen auf: Die wirksamste Maßnahme ist zugleich die aufwendigste. Und die billigste steht ganz oben — sie wird trotzdem fast immer übersprungen.

Die Decke ist der größte Hebel

Die Decke ist die größte zusammenhängende Fläche im Raum, sie liegt dem Schall unmittelbar gegenüber, und niemand stellt sie zu. Kein anderes Bauteil bringt pro Quadratmeter so viel. Solange sie hart ist, arbeiten alle anderen Maßnahmen gegen sie an: Jede Abschirmung wird über die Deckenreflexion umgangen.

Im Bestand gibt es dafür drei Wege, die sich im Eingriff deutlich unterscheiden:

WegEingriff in den BetriebWirkungVoraussetzung
Vollflächige AkustikdeckeBaustelle, Umzug der Plätzeam höchsten, erreicht mit Abstand zur Rohdecke auch tiefe FrequenzenOhnehin geplanter Umbau, Koordination mit Leuchten und Sprinklern
Deckensegelabschnittsweise, oft außerhalb der ArbeitszeithochRund 8 bis 10 cm Materialstärke und mindestens 20 cm Abstand zur Decke
Baffeln, senkrecht hängendgering, punktuelle Montagemittel bis hochPlatz zwischen Kanälen, Trassen und Leuchten
Der Luftraum hinter dem Absorber kostet nichts und verbessert die Wirkung im tiefen Frequenzbereich erheblich — deshalb ist Abstand wichtiger als zusätzliche Fläche.

Auf die Qualität kommt es dabei mehr an als auf die Menge: Ein Absorber, der erst oberhalb von 500 Hertz arbeitet, lässt genau den Bereich stehen, in dem Stimmen dumpf werden. Als Planungswert hat sich bewährt, schon bei 125 Hertz einen Absorptionsgrad um 0,45 zu verlangen. Wie viel Fläche ein konkreter Raum braucht, lässt sich vorher überschlagen — der Rechenweg steht in Raumakustik messbar machen.

Wenn die Decke nicht angefasst werden darf

Häufiger Fall im Bestand: Die Decke ist tabu. Betonkernaktivierung braucht freie Fläche für den Wärmeaustausch — als Faustregel sollten nicht mehr als etwa 60 Prozent belegt werden. Bei Sichtbeton spricht die Gestaltung dagegen, im Mietobjekt der Vermieter, in Bestandsbauten manchmal der Denkmalschutz. Dann verschiebt sich die Reihenfolge, ohne dass die Aufgabe kleiner wird:

  • Baffeln statt Fläche. Senkrechte Elemente lassen die Decke zwischen sich frei und funktionieren deshalb auch über aktivierten Decken.
  • Wandabsorber in Ohrhöhe. Zwischen etwa 1,10 und 1,80 Metern bringt ein Quadratmeter mehr als über Türhöhe. Zwei gegenüberliegende harte Flächen — Glaswand und Putzwand — erzeugen Flatterechos, die eine bedämpfte Seite auflöst.
  • Vorhänge vor Glasflächen. Wirksam nur schwer, in Falten gelegt und mit Abstand zur Scheibe. Flach gespannte, dünne Stoffe sind Dekoration.
  • Hohe, offene Möbel. Raumteilende Regale, Sitznischen mit hoher Rückenlehne, Schrankwände: absorbieren und schirmen zugleich und sind die einzige Kategorie, die sich ohne Handwerker verschieben lässt.

Ein Wort zum Teppich, weil er regelmäßig überschätzt wird: Er reduziert Trittschall und Rollgeräusche spürbar. Für die Sprachverständlichkeit tut er wenig, weil ein üblicher Bodenbelag im Frequenzbereich der Stimme kaum absorbiert — eine gute Maßnahme mit einem anderen Ziel. Welches Bauteil wofür taugt, vergleicht Decke, Wand oder Möbel?.

Wir sehen uns Ihre Fläche an.

Bestandsaufnahme vor Ort, Einschätzung der Maßnahmen mit Aufwand und Wirkung, Vorschlag in der Reihenfolge, die sich rechnet — deutschlandweit.

Stellwände nachrüsten, ohne Geld zu verbrennen

Stellwände sind die beliebteste Nachrüstung, weil sie schnell da sind und niemanden aus dem Büro vertreiben. Sie sind auch die Maßnahme, bei der am meisten Geld ohne Wirkung ausgegeben wird. Vier Fehler erklären fast alle Enttäuschungen:

  • Gleichmäßig verteilt statt gezielt gesetzt. Wirksam ist eine Abschirmung dort, wo eine Blickachse zwischen zwei Arbeitsplätzen besteht oder wo ein Verkehrsweg an einer Sitzgruppe vorbeiführt — nicht überall ein bisschen.
  • Zu niedrig gekauft. Was den Blick von Kopf zu Kopf nicht unterbricht, wirkt akustisch praktisch nicht. Die Höhen, mit denen wir planen, stehen in unserem Beitrag zum Open Space.
  • Mit Lücken aufgestellt. Zwischen zwei Elementen, über der Tischplatte, unter dem Element: Jede Öffnung nimmt der Reihe einen Teil ihrer Wirkung.
  • Ohne absorbierende Decke montiert. Der wichtigste Punkt. Unter einer harten Decke bleibt von der erwarteten Wirkung wenig übrig, weil der Schall oben herum läuft.

Wo Stellwände richtig sitzen, sind sie eine gute Maßnahme: schnell montiert, ohne Baustelle, später verschiebbar. Sie ersetzen nur nicht die Decke — und sie ersetzen keinen Raum.

Telefonzonen und Fokusräume nachrüsten

Ab einem gewissen Punkt hilft in der Fläche nichts mehr. Ein Beratungsgespräch, ein einstündiger Videocall, eine vertrauliche Personalsache: Diese Tätigkeiten gehören in einen Raum, und wenn es keinen gibt, wandern sie ins Treppenhaus oder bleiben am Schreibtisch. Nachrüsten heißt hier: Räume in eine Fläche stellen, die dafür nicht vorgesehen war.

Genau dafür sind versetzbare Systemtrennwände gebaut. Sie kommen ohne Nassbaustelle aus, werden trocken montiert, lassen sich in Abschnitten und außerhalb der Arbeitszeit aufstellen — und sie können später wieder umgesetzt werden, wenn sich die Belegung oder der Mietvertrag ändert. Der Unterschied zur massiven Bauweise ist in diesem Vergleich zusammengefasst.

Aufgabe im BestandSystemSchalldämmung bis (Rw’P)Warum im laufenden Betrieb
Telefonbox, Fokusraum, transparente ZoneCLARUS39 dBStänderlos, 25 mm schlank — nimmt den Nachbarplätzen kein Tageslicht
Besprechungsraum mit VertraulichkeitCLARUS II51 dBDoppelte Verglasung bei gleicher Optik, gleiche Anschlussprofile wie CLARUS
Teamraum, Bürozelle, RückzugsbereichSYSTEM8248 dBGlas- und Vollwandelemente, frei kombinierbar — Vollwandanteil dort, wo Ruhe wichtiger ist als Sicht
Geprüfte Höchstwerte der jeweiligen Ausführung. Am fertigen Bau liegen die erreichbaren Werte je nach Anschluss und Montage 3 bis 5 dB darunter — der Anschluss an eine vorhandene Unterdecke ist im Bestand der kritische Punkt.

Drei Dinge entscheiden über den Erfolg. Die Tür bestimmt den Wert des ganzen Raums, nicht die Wand — nachzulesen in unserem Beitrag über Akustiktüren. Endet die Wand auf einer abgehängten Decke, läuft der Schall im Hohlraum darüber hinweg, wenn kein Schott gesetzt wird. Und eine Box ohne Lüftung und ohne Licht wird nach zwei Wochen nicht mehr betreten.

Der Gewinn liegt nicht im Raum, sondern in der Fläche davor: Jedes Telefonat, das nicht mehr am Schreibtisch stattfindet, entlastet alle Plätze in Hörweite. Deshalb wirken zwei Boxen oft mehr als hundert Quadratmeter Absorber.

Grundgeräusch und Sound Masking im Bestand

Wenn Absorption und Abschirmung stehen, bleibt eine letzte Stellschraube: das Grundgeräusch. Ein gleichmäßiges, unauffälliges Rauschen verdeckt Sprachreste und verkürzt den Ablenkungsabstand, ohne dass ein weiteres Bauteil in die Fläche kommt.

Im Bestand ist der einfachste Weg meist die vorhandene Lüftung: Wer sie gleichmäßiger einregelt, statt sie leiser zu machen, erreicht denselben Effekt. Zusätzliche Maskierungsanlagen sind in Deutschland dagegen umstritten, weil die ASR A3.7 vom Einspielen von Hintergrundrauschen als Maskierer abrät, während die VDI 2569 ein gleichmäßiges Grundgeräusch positiv bewertet. Wer sich dafür entscheidet, sollte die Entscheidung begründen und den Pegel eng begrenzen; die Einordnung steht in unserem Beitrag zum Open Space.

Was nichts kostet: Vereinbarungen im Team

Die wirksamste unbezahlte Maßnahme ist eine Verabredung darüber, was auf der Fläche stattfindet und was nicht. Sie funktioniert nur unter zwei Bedingungen: Das Team beschließt sie selbst, statt sie als Aushang zu bekommen — und für jede verbotene Tätigkeit gibt es eine Alternative in Sichtweite.

  • Telefonate über einige Minuten in der Box oder im Besprechungsraum, nicht am Platz.
  • Spontane Absprachen im Stehbereich statt über zwei Tischreihen hinweg.
  • Benachrichtigungstöne aus, Tastaturlautstärke und Freisprechen ebenfalls.
  • Feste Stillzeiten, in denen die Fläche als Ruhezone gilt — häufig am Vormittag.
  • Videokonferenzen mit Headset, nicht über Laptoplautsprecher.

Regeln, die niemand kontrolliert, halten trotzdem — wenn sie gemeinsam beschlossen wurden und der Weg zur Alternative kürzer ist als der Weg zum Konflikt. Umgekehrt gilt: Eine Regel ohne Angebot ist eine Zumutung. Warum die Fläche selbst darüber entscheidet, ob Menschen gern in ihr arbeiten, beschreibt unser Beitrag zur Rückkehr ins Büro.

Was ehrlicherweise nicht hilft

Nicht jede Maßnahme, die nach Akustik aussieht, ist eine:

Beliebte MaßnahmeWarum sie kaum wirktBesser
Einzelne AkustikbilderZu wenig Fläche im Verhältnis zum RaumvolumenAls Ergänzung zur Decke einsetzen, nicht als Ersatz
Pflanzen als AbsorberFläche und Materialstärke fehlen; akustisch in der Regel wirkungslosDichte, raumhohe Systeme mit absorbierendem Aufbau — dann wirkt die Konstruktion
Dünne Filzplatten, flach aufgeklebtPoröse Absorber brauchen Abstand zur harten FlächeMit Wandabstand montieren oder dickeres Material wählen
Stellwände nach Rw-Wert kaufenEin freistehendes Element trennt keine zwei RäumeAuf Höhe, Flächengewicht des Kerns und Absorptionsgrad der Oberfläche achten
Kopfhörer für alleVerlagert das Problem in die Ohren der BeschäftigtenRückzugsräume schaffen und Regeln vereinbaren

Ein Beispiel für die Größenordnung: Ein Großraum von 20 mal 15 Metern und 3 Metern Höhe hat 900 Kubikmeter Volumen. Für eine Nachhallzeit von 0,6 Sekunden braucht er rund 245 Quadratmeter äquivalente Absorptionsfläche. Sechs Akustikbilder mit je einem Quadratmeter steuern davon etwa 2 Prozent bei. Das ist keine Maßnahme, das ist Dekoration.

Reihenfolge und Kosten-Nutzen

Wenn das Budget begrenzt ist — und das ist es im Bestand fast immer —, entscheidet die Reihenfolge über das Ergebnis:

Drei Budgets, drei Antworten

  • Kein Budget, nur Zeit. Regeln vereinbaren, Blöcke neu bilden, Drucker und Teeküche verlagern, vorhandene Besprechungsräume für Telefonate freigeben. Das verschiebt keine Kennwerte, aber spürbar die Belastung.
  • Kleines Budget. Ein bis zwei Telefonboxen und gezielt gesetzte Abschirmungen an den auffälligen Stellen. Voraussetzung: Die Decke bringt schon etwas. Tut sie das nicht, gehört das Geld zuerst an die Decke.
  • Größeres Budget oder anstehender Umbau. Decke zuerst, dann geschlossene Räume, dann Abschirmung, dann Boden und Textilien, zuletzt das Grundgeräusch. In dieser Reihenfolge kostet jede Maßnahme weniger, weil die vorige sie wirksamer macht.

Eine Größenordnung zur Einordnung: Eine deckenhohe, absorbierend belegte Trennwand senkt den Beurteilungspegel gegenüber einer Fläche, die nur mit einer Akustikdecke behandelt ist, um rund 8 dB(A). Das erreicht keine zusätzliche Absorptionsfläche in derselben Zone. Deshalb steht der Raum vor dem Absorber, sobald es um Tätigkeiten geht, die nicht in die Fläche gehören.

Und die Nebenbedingung, die man früh klären sollte: Was davon darf man überhaupt? Im Mietobjekt entscheidet der Vermieter über Eingriffe in Decke, Boden und Haustechnik. Versetzbare Systeme haben hier einen praktischen Vorteil, weil sie rückbaubar sind. Welche Faktoren die Kosten bestimmen, steht in unserem Beitrag zu den Kosten von Glaswänden.

Häufige Fragen zur Akustik im Großraumbüro

Was hilft am schnellsten gegen Lärm im Großraumbüro?

Kurzfristig: Telefonate aus der Fläche herausnehmen und laute Geräte verlagern. Beides ist sofort umsetzbar und wirkt unmittelbar. Baulich bringt die Decke am meisten, gefolgt von geschlossenen Räumen für Telefonate und Besprechungen.

Was tun, wenn die Decke nicht verändert werden darf?

Senkrecht hängende Baffeln funktionieren auch über aktivierten Decken, weil sie Fläche freilassen. Dazu Wandabsorber zwischen 1,10 und 1,80 Metern, schwere Vorhänge vor Glasflächen und hohe, offene Möbel. Der Aufwand steigt, das Ziel bleibt erreichbar.

Bringen Akustikbilder etwas?

Als einzige Maßnahme nein. Ein Großraumbüro mit 900 Kubikmetern braucht für eine Nachhallzeit von 0,6 Sekunden rund 245 Quadratmeter äquivalente Absorptionsfläche; sechs Bilder mit je einem Quadratmeter decken davon etwa 2 Prozent. Als Ergänzung zu einer wirksamen Decke sind sie sinnvoll, besonders gegen Flatterechos zwischen harten Wänden.

Verbessern Pflanzen die Raumakustik?

In der Regel nicht. Für eine messbare Wirkung fehlen ihnen Fläche und Materialstärke. Wirksam sind allenfalls dichte, raumhohe Begrünungssysteme mit absorbierendem Aufbau — dort arbeitet die Konstruktion, nicht die Bepflanzung.

Wie viel bringt ein Teppichboden?

Er reduziert Trittschall und Rollgeräusche deutlich und verbessert damit den Alltag. Für die Sprachverständlichkeit trägt ein üblicher Bodenbelag wenig bei, weil er im Frequenzbereich der Stimme nur wenig absorbiert. Als Einzelmaßnahme gegen Gesprächslärm reicht er nicht.

Lohnen sich Telefonboxen?

In den meisten Großraumbüros ja, weil sie nicht nur der telefonierenden Person helfen, sondern allen Plätzen in Hörweite. Als Planungsansatz aus unseren Projekten: eine Box je 15 bis 20 Arbeitsplätze, in Sichtweite und ohne Buchungshürde. Ohne Lüftung und Licht wird sie allerdings nicht genutzt.

Kann man im laufenden Betrieb umbauen?

Versetzbare Systemtrennwände werden trocken montiert, ohne Estrich, Putz und Trocknungszeiten. Abschnittsweise Montage in Randzeiten ist üblich, und der Rückbau bleibt möglich — was in Mietobjekten häufig den Ausschlag gibt (Trennwandsystem oder Trockenbau?).

Wann lohnt eine akustische Messung?

Wenn größere Beträge investiert werden, wenn ein Zustand gegenüber Vermieter oder Arbeitsschutz belegt werden muss oder wenn der Erfolg einer Maßnahme nachweisbar sein soll. Gemessen wird in offenen Flächen nach DIN EN ISO 3382-3, jeweils vor und nach dem Eingriff und im vereinbarten Möblierungszustand.

Fazit

Eine laute Fläche wird nicht durch ein einzelnes Produkt ruhig, sondern durch eine Abfolge. Erst verstehen, was stört — Pegel oder Inhalt. Dann die Decke, weil sie alles Weitere wirksam macht. Dann Räume für die Tätigkeiten, die nicht in die Fläche gehören. Erst danach Abschirmung, Textilien und das Grundgeräusch.

Das Ergebnis ist selten das ideale Büro, das man auf der grünen Wiese geplant hätte. Aber es ist deutlich besser als der Zustand davor — und es entsteht, während weitergearbeitet wird. Welche Anforderungen für die neu entstehenden Räume gelten, steht in Wie viel Schallschutz braucht ein Büro?; was einzelne dB-Werte im Alltag bedeuten, in Was bedeutet eigentlich Rw 42 dB?.

Erst zuhören, dann planen.

Wir kommen in Ihre Fläche, nehmen den Bestand auf und schlagen Maßnahmen in der Reihenfolge vor, in der sie sich rechnen — von der Stellwand bis zum versetzbaren Besprechungsraum, montiert von eigenen Teams.

Weiterlesen

Dieser Beitrag beschreibt Maßnahmen und Erfahrungswerte aus der Projektpraxis und ersetzt keine raumakustische Fachplanung und keine Messung. Verbindlich sind die Anforderungen der ASR A3.7, die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung und die Prüfzeugnisse der eingesetzten Systeme. Angegebene Schalldämmwerte sind Prüfwerte aus dem Labor; am Bau erreichbare Werte hängen von Anschluss und Montage ab. Stand: August 2026.

Rechtlicher Hinweis. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt weder eine Fachplanung noch eine Rechtsberatung und stellt keine Rechts-, Bau- oder Anlageberatung dar. Alle Angaben, Werte und Empfehlungen sind unverbindlich und beschreiben typische Größenordnungen aus der Praxis; im Einzelfall können abweichende Anforderungen gelten. Normen, Richtlinien und Rechtsvorschriften werden fortgeschrieben — maßgeblich ist immer die zum Zeitpunkt Ihres Vorhabens geltende Fassung. Angegebene Schalldämm- und Brandschutzwerte sind Prüfwerte aus dem Labor; die am Bau erreichbaren Werte hängen von Anschluss, Nebenwegen und Montage ab. Verbindlich sind ausschließlich die im Genehmigungsverfahren nachgewiesenen Anforderungen, die vertraglichen Vereinbarungen und die Prüfzeugnisse der eingesetzten Systeme. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernehmen wir keine Gewähr; eine Haftung für Schäden aus der Nutzung dieser Informationen ist ausgeschlossen, soweit gesetzlich zulässig. Stand: August 2026.

Ähnliche Beiträge