Offene Bürofläche mit Akustikdecke, Abschirmungen und verglasten Rückzugsräumen

VDI 2569 in der Büroplanung: Raumklassen, Kennwerte und wie Sie damit arbeiten

„Wir planen nach VDI 2569“ steht in vielen Ausschreibungen und bedeutet fast nie etwas. Denn die Richtlinie schreibt keine Werte vor; sie stellt drei Raumklassen zur Auswahl, und erst die Wahl einer Klasse macht daraus eine Anforderung. Dieser Beitrag ist der Überblick für Planer und Bauherren: was hinter den Klassen steckt und wie man in der Büroplanung mit ihnen arbeitet.

Die VDI 2569 Schallschutz und akustische Gestaltung in Büros gibt es in ihrer heutigen Form seit Oktober 2019; sie hat die Fassung von 1990 abgelöst. Der Unterschied ist grundlegend: Statt allgemeiner Empfehlungen enthält sie ein Klassifizierungssystem mit messbaren Kennwerten, das sich vereinbaren und nachweisen lässt.

Wo die Richtlinie im Gefüge der Regelwerke steht (was Pflicht ist und was nicht), ordnet unser Beitrag welche Normen im Büro gelten ein. Hier geht es um die Anwendung.

Was die Richtlinie leistet, und was nicht

Zwei Missverständnisse begegnen uns regelmäßig. Das erste: Die VDI 2569 sei eine Vorschrift. Ist sie nicht; sie ist eine Richtlinie und wird erst verbindlich, wenn jemand sie vereinbart. Das zweite: Sie enthalte Schalldämmwerte für Trennwände. Tut sie nicht, jedenfalls nicht in der Klassifizierung.

Klassifiziert wird die Raumakustik: wie ein Raum von innen klingt, wie leise sein Grundgeräusch ist und wie schnell Sprache über die Fläche abfällt. Wie dicht die Wand zum Nachbarraum ist, steht in keiner der Klassentabellen. Wer Vertraulichkeit zwischen zwei Räumen braucht, muss sie zusätzlich vereinbaren; die Größenordnungen dafür stehen in Wie viel Schallschutz braucht ein Büro?.

Eine Raumklasse ersetzt keinen Schalldämmwert und ein Schalldämmwert keine Raumklasse. Die meisten Büroflächen brauchen beides, und zwar getrennt formuliert.

Die 8-Meter-Grenze: wie die Richtlinie Büros sortiert

Bevor eine Klasse vergeben wird, muss der Raumtyp feststehen. Und hier arbeitet die Richtlinie nicht mit Namen, sondern mit einem Maß: Entscheidend ist der größte Abstand zwischen den am weitesten voneinander entfernten Arbeitsplätzen. Liegt er unter acht Metern, ist es ein kleines Mehrpersonenbüro, darüber ein großes.

RaumtypAbgrenzungMaßgebliche Kennwerte
Einzelbüro, ZweipersonenbüroEin oder zwei ArbeitsplätzeStörschallpegel und Nachhallzeit
Kleines MehrpersonenbüroGrößter Arbeitsplatzabstand unter 8 mStörschallpegel und Nachhallzeit
Großes MehrpersonenbüroGrößter Arbeitsplatzabstand über 8 mZusätzlich die Schallausbreitung über die Fläche
Nicht die Bezeichnung im Grundriss entscheidet, sondern das Maßband. Ein „Teambüro“ mit zwölf Metern Diagonale ist ein großes Mehrpersonenbüro.

Der Grund für die Grenze ist praktischer Natur. In einem kleinen Raum beschreibt die Nachhallzeit zuverlässig, wie es sich anhört. Über größere Entfernungen sagt ein einzelner Nachhallwert wenig darüber aus, wie laut ein Gespräch am übernächsten Platz ankommt; dort zählt, wie schnell der Pegel mit dem Abstand abnimmt.

Klasse A, B und C

Die drei Klassen beschreiben Erwartungen, keine Schulnoten: A steht für hohe, B für mittlere, C für geringe Ansprüche an die Raumakustik. Klasse C ist kein Regelverstoß, und Klasse A ist keine Garantie für Ruhe; sie ist eine Zusage über messbare Größen. Vereinbart wird die Klasse je Zone, nicht je Gebäude.

Einzelbüro: das Grundgeräusch entscheidet

Für Einzel- und Zweipersonenbüros ist der wichtigste Kennwert der Störschallpegel LNA,Bau; der A-bewertete Pegel der bauseitigen Geräusche im Raum, also im Wesentlichen das, was Lüftung, Kühlung und übrige Gebäudetechnik beitragen:

RaumakustikklasseStörschallpegel LNA,BauWas das im Raum bedeutet
A< 30 dBDie Technik ist nicht herauszuhören
B< 35 dBHörbar, aber unauffällig
C< 40 dBDeutlich wahrnehmbares Grundrauschen
Kennwerte nach VDI 2569:2019 für Einzelbüros. Zwischen A und C liegen 10 dB, etwa der Unterschied, den man als halb so laut empfindet.

Diese Zeile wird in Projekten regelmäßig übersehen, weil sie nicht das Trennwandgewerk betrifft, sondern die Haustechnik. Wer Klasse A für ein Einzelbüro zusagt und die Lüftung nicht mitplant, kann die Klasse mit keiner Akustikdecke der Welt retten.

In Mehrpersonenbüros ist die Anforderung an das Grundgeräusch bewusst weniger streng. Der Grund ist derselbe, aus dem sehr stille Großraumbüros unangenehm sind: Ein gleichmäßiges, unauffälliges Grundrauschen verdeckt Sprache aus der Nachbarschaft und schützt damit die Konzentration; ein zu leiser Raum macht jedes Wort verständlich.

Große Mehrpersonenbüros: Pegelabnahme statt Schalldämmung

Hier liegt der eigentliche Kern der Richtlinie. In einer offenen Fläche gibt es kein trennendes Bauteil, dessen Wert man verbessern könnte. Bewertet wird deshalb, wie sich Sprache über die Fläche ausbreitet, mit zwei Größen, die zusammen gelesen werden:

  • D2,S; die räumliche Abklingrate der Sprache in Dezibel je Abstandsverdopplung. Je größer der Wert, desto schneller wird ein Gespräch mit der Entfernung leiser.
  • Lp,A,S,4m; der A-bewertete Sprachschalldruckpegel in vier Metern Abstand. Er beschreibt, wie laut es beim übernächsten Nachbarn tatsächlich noch ist.
SchallausbreitungsstufeAbklingrate D2,SSprachpegel Lp,A,S,4m
Stufe 1≥ 8 dB< 47 dB
Stufe 2≥ 6 dB< 49 dB
Stufe 3≥ 4 dB< 51 dB
Kennwerte nach VDI 2569:2019 für große Mehrpersonenbüros. Gemessen wird entlang von Messwegen durch die Fläche, nach dem Verfahren der DIN EN ISO 3382-3.

Wie aus Stufen eine Klasse wird

Die Richtlinie bewertet nicht einen einzelnen Messweg, sondern die Verteilung über die Fläche. Klasse A verlangt zwei Drittel der Wege in Stufe 1 und die übrigen in Stufe 2. Klasse B zwei Drittel in Stufe 2 und die übrigen mindestens in Stufe 3. Klasse C ein Drittel in Stufe 2, den Rest in Stufe 3.

Praktisch heißt das: Eine gute Zone rettet keine schlechte Fläche. Wer Klasse B zusagt, muss die Fläche gleichmäßig behandeln, auch die Ecke ohne Abschirmung.

Auf der offenen Fläche zählt nicht, wie dicht ein Bauteil ist, sondern wie schnell Sprache leiser wird. Wer hier über Dezibel für Wände verhandelt, verhandelt über den falschen Kennwert.

Welche Klasse trägt Ihre Fläche?

Schicken Sie uns den Grundriss mit der geplanten Belegung. Wir sagen Ihnen, welche Raumklasse realistisch ist und welche Maßnahmen dafür nötig sind, bevor ausgeschrieben wird.

Nachhallzeit: warum 125 Hz eine eigene Zeile bekommt

Für große Mehrpersonenbüros nennt die Richtlinie Nachhallzeiten getrennt nach Frequenzbereich. Das ist kein Detail für Akustiker, sondern der Unterschied zwischen einem Raum, der ruhig klingt, und einem, der dumpf brummt:

RaumakustikklasseNachhallzeit bei 125 HzNachhallzeit 250 bis 4.000 Hz
A0,8 s0,6 s
B0,9 s0,7 s
C1,1 s0,9 s
Kennwerte nach VDI 2569:2019 für große Mehrpersonenbüros, jeweils als Höchstwert.

Der Zuschlag von 0,2 Sekunden im tiefen Bereich ist ein Zugeständnis an die Physik: Dünne poröse Absorber wirken bei tiefen Frequenzen kaum. Wer nur die mittleren und hohen Frequenzen bedämpft, bekommt einen Raum, der auf dem Messprotokoll gut aussieht und sich beim Betreten trotzdem falsch anhört. Abstand zwischen Absorber und Rohdecke hilft hier mehr als zusätzliche Fläche.

Wichtig für die Einordnung: Im Bereich von 250 Hz aufwärts lassen die Klassen B und C mehr zu als das, was die Arbeitsstättenregel ASR A3.7 für Mehrpersonen- und Großraumbüros nennt. Eine vereinbarte Klasse entbindet nicht vom Arbeitsschutzrecht; beide gelten nebeneinander. In sehr großen Räumen tritt in der ASR allerdings eine Anforderung an die Pegelabnahme an die Stelle der Nachhallzeit.

Ablenkungsabstand und Komfortabstand

Die Messnorm, auf der die Richtlinie aufsetzt (DIN EN ISO 3382-3), kennt zwei weitere Größen. Sie tauchen in der Klassifizierung nicht auf, sind aber in Nutzergesprächen unschlagbar, weil sie in Metern beschrieben sind statt in Dezibel:

  • Ablenkungsabstand rD; die Entfernung von der sprechenden Person, bei der der Sprachübertragungsindex STI den Wert 0,5 unterschreitet. Jenseits davon ist ein fremdes Gespräch zwar noch zu hören, aber kaum noch zu verfolgen, und stört entsprechend weniger. Kurze Werte sind gute Werte.
  • Komfortabstand rC; die Entfernung, bei der der Sprachpegel 45 dB unterschreitet. Er beschreibt allein, wie schnell eine Fläche leiser wird, ohne das Grundgeräusch einzurechnen.

Der Komfortabstand ist neu. Bis zur Fassung von 2012 stand an seiner Stelle der Vertraulichkeitsabstand rP; die Entfernung, ab der der STI 0,2 unterschreitet und sich kein Inhalt mehr erschließt. Die Ausgabe von 2022 hat ihn gestrichen. Wer eine ältere Leistungsbeschreibung fortschreibt, findet ihn dort noch und sollte die Kennwerte auf den aktuellen Stand ziehen.

Für das Gespräch mit Nutzern ist der Ablenkungsabstand wertvoller als jede Klassenbezeichnung: Eine Entfernung lässt sich im Grundriss abtragen, ein Buchstabe nicht. Bewegen lässt er sich mit denselben Mitteln wie D2,S: Absorption, Abschirmung, Grundgeräusch. Welche Maßnahme dabei wie weit trägt, beschreibt Schallschutz im Open Space richtig planen.

Eine Raumklasse ausschreiben, die trägt

Der häufigste Fehler in Leistungsbeschreibungen ist der bloße Verweis auf die Richtlinie. Damit ist nichts vereinbart. Eine belastbare Formulierung nennt fünf Dinge: Zone, Klasse, Nachweisverfahren, Zustand und Grundgeräusch.

Was in der Ausschreibung stehen sollte

  • Zone und Raumtyp. „Open-Space-Fläche 3. OG, großes Mehrpersonenbüro“; die Klasse wird je Zone vergeben, nicht pauschal für das Gebäude.
  • Klasse und Fassung. „Raumakustikklasse B nach VDI 2569:2019“. Ohne Ausgabestand ist im Zweifel unklar, welche Kennwerte gemeint sind.
  • Nachweisverfahren. Messung nach DIN EN ISO 3382-3, mit Angabe, wer misst und wer die Kosten trägt.
  • Zustand bei der Messung. Möbliert oder unmöbliert, mit oder ohne Abschirmungen; der häufigste Streitpunkt bei der Abnahme.
  • Grundgeräusch. Der Störschallpegel gehört mit in die Vorgabe, sonst hängt die Klasse an einem Gewerk, das gar nicht adressiert wurde.

Und ein Satz, der viel Ärger spart: Wer die Klasse zusagt, braucht Einfluss auf Decke, Möblierung und Haustechnik. Fehlt dieser Einfluss, gehört das in den Vertrag.

Was die Klasse für die Bauteile bedeutet

Jede Maßnahme wirkt auf einen bestimmten Kennwert. Wer das auseinanderhält, plant zielgerichtet statt nach Gefühl:

Bauteil oder MaßnahmeWirkt aufWorauf es ankommt
AkustikdeckeNachhallzeit, D2,SDie größte zusammenhängende Fläche im Raum. Abstand zur Rohdecke verbessert die Wirkung im tiefen Bereich
Abschirmungen zwischen ArbeitsplätzenD2,S, Lp,A,S,4mZu niedrig ist wirkungslos: Der Blick von Kopf zu Kopf muss unterbrochen sein
Wandabsorber und VorhängeNachhallzeitGegenspieler zu harten Flächen; zwei gegenüberliegende Glaswände brauchen eine bedämpfte Seite
Möblierung, Teppich, hohe SchränkeNachhallzeit, AbschirmungZählen in der Messung mit; deshalb muss der Zustand vereinbart sein
Geschlossene Räume und TrennwändeEntlasten die offene FlächeNehmen laute Tätigkeiten heraus, statt sie zu bedämpfen
Gebäudetechnik, Sound MaskingStörschallpegel LNA,BauZu laut verletzt die Klasse, zu leise macht jedes Gespräch verständlich

Eine Zeile daraus wird regelmäßig unterschätzt: die Abschirmung. Absorption allein bringt eine große Fläche nicht in Klasse B, weil der direkte Schall zwischen den Plätzen ungehindert läuft und die Abklingrate dadurch flach bleibt. Welche Maßnahme wie viel bringt, vergleicht Decke, Wand oder Möbel?.

Welche Klasse für welche Fläche realistisch ist

Die Richtlinie sagt nicht, welche Klasse man wählen sollte. Aus unseren Projekten hat sich die folgende Einschätzung als Planungsgrundlage bewährt; sie ersetzt keine Berechnung, aber sie verhindert Zusagen, die niemand halten kann:

FlächeRealistische KlasseWas sie voraussetzt
Einzel- und ZweipersonenbüroALeise Gebäudetechnik und eine wirksame Deckenfläche
Kleines Mehrpersonenbüro bis 8 mA bis BAkustikdecke, ruhige Technik, wenige Telefonarbeitsplätze
Große Fläche mit Zonierung und AbschirmungBDecke, Stellwände in Kopfhöhe, Rückzugsräume, abgestimmtes Grundgeräusch
Große offene Fläche ohne AbschirmungCAlles darüber ist ohne Eingriff in die Möblierung Wunschdenken
Fläche mit hohem TelefonanteilB nur mit RückzugsräumenOhne geschlossene Boxen wandert der Konflikt in die Fläche
Erfahrungswerte aus unserer Projektpraxis, keine Kennwerte der Richtlinie.

Auffällig ist, wie oft die Antwort nicht in der Akustikplanung liegt, sondern im Grundriss. Telefonieren, Besprechen und Konzentrieren gehören auseinander; das ist billiger als jeder zusätzliche Absorber. Wie sich das räumlich organisieren lässt, beschreibt die Rolle von Zonierung in modernen Arbeitswelten.

Wo geschlossene Räume die Klasse tragen

In unseren Projekten hat fast jede erreichte Klasse B auf großer Fläche denselben Grund: Die lauten Tätigkeiten sind nicht mehr in der Fläche. Dafür braucht es geschlossene Räume, die sich nachträglich versetzen lassen. Unsere Systeme decken den Bedarf von der transparenten Abgrenzung bis zum vertraulichen Besprechungsraum ab:

Aufgabe auf der FlächeSystemSchalldämmung bis (Rw’P)
Fokusraum und Zonierung mit SichtbezugCLARUS39 dB
Besprechungsraum mit hoher VertraulichkeitCLARUS II51 dB
Bürozellen am Rand der offenen FlächeSYSTEM8248 dB
Personalraum oder Beratung mit erhöhtem AnspruchSYSTEM10552 dB
Meisterbüro und Besprechung in der HalleSystembüro42 dB
Prüfstandswerte der jeweiligen Ausführung. Zwischen Prüfstand und fertigem Raum liegen je nach Anschluss 3 bis 5 dB.

Bei SYSTEM105 sind akustisch wirksame Oberflächen möglich; die Wand trennt dann nicht nur, sondern schluckt auch Schall in der Fläche. Welche Bauweisen es gibt, zeigt die Seite Systemtrennwände & Glaswände, Decken, Absorber und Möbel die Seite Akustiklösungen. Wer den Unterschied hören möchte, bevor er ihn ausschreibt: Wir führen ihn auf Wunsch vor Ort an Mustern vor.

Häufige Fragen zur VDI 2569

Ist die VDI 2569 verbindlich?

Nicht von sich aus. Sie ist eine Richtlinie und wird verbindlich, sobald sie im Vertrag, in der Leistungsbeschreibung oder im Mietvertrag genannt wird; dann aber vollständig, samt Nachweisverfahren. Deshalb sollte dort eine Raumakustikklasse stehen und nicht nur der Name der Richtlinie.

Welche Raumklasse soll ich vereinbaren?

Für Einzel- und kleine Mehrpersonenbüros ist Klasse A meist erreichbar, wenn die Gebäudetechnik leise genug ist. Für große offene Flächen ist Klasse B ein realistisches Ziel, sobald Abschirmung und Rückzugsräume mitgeplant werden. Klasse C passt zu kommunikativen Flächen, auf denen ohnehin gesprochen wird.

Was ist der Unterschied zwischen kleinem und großem Mehrpersonenbüro?

Der größte Abstand zwischen den am weitesten voneinander entfernten Arbeitsplätzen. Unter acht Metern gilt der Raum als klein, darüber als groß. Nur bei großen Mehrpersonenbüros kommt die Bewertung der Schallausbreitung über die Fläche hinzu.

Was bedeutet D2,S?

Die räumliche Abklingrate der Sprache: Um wie viele Dezibel ein Gespräch leiser wird, wenn sich der Abstand verdoppelt. Für die beste Schallausbreitungsstufe verlangt die Richtlinie mindestens 8 dB, für die schwächste mindestens 4 dB. Je höher der Wert, desto schneller verliert ein fremdes Gespräch seine Wirkung.

Ersetzt die VDI 2569 die ASR A3.7?

Nein, beide gelten nebeneinander. Die ASR A3.7 ist Arbeitsschutzrecht und wirkt unabhängig davon, was vertraglich vereinbart wurde. Bei der Nachhallzeit großer Mehrpersonenbüros lassen die Klassen B und C mehr zu, als die ASR für Mehrpersonen- und Großraumbüros nennt; die schwächere Klasse befreit also nicht von der Pflicht.

Wie wird eine Raumklasse nachgewiesen?

In offenen Flächen über eine Messung nach DIN EN ISO 3382-3: entlang mehrerer Messwege werden Abklingrate und Sprachpegel bestimmt und daraus die Stufen abgeleitet. Nachhallzeit und Störschallpegel werden separat gemessen. Entscheidend ist, dass Zeitpunkt und Möblierungszustand vorher festgelegt sind.

Enthält die VDI 2569 Anforderungen an Trennwände?

Die Klassifizierung nicht. Sie beschreibt die Raumakustik, nicht die Schalldämmung zwischen Räumen. Welcher Wert für welchen Raum sinnvoll ist, muss zusätzlich vereinbart werden, und zwar als Wert am fertigen Bau, nicht als Prüfstandswert vom Datenblatt.

Lohnt sich der Sprung von Klasse C auf Klasse B?

In den meisten Fällen ja, weil der Sprung überwiegend aus Maßnahmen besteht, die ohnehin sinnvoll sind: eine wirksame Decke, Abschirmung in Kopfhöhe und ein bis zwei Rückzugsräume. Teuer wird erst der Weg zu Klasse A auf großer Fläche; dort steigt der Aufwand deutlich schneller als der spürbare Gewinn.

Fazit

Die VDI 2569 ist kein Regelwerk, das man einhält, sondern eines, mit dem man arbeitet. Ihr Wert liegt darin, dass sie akustische Qualität in eine Sprache übersetzt, die sich vereinbaren, ausschreiben und nachmessen lässt: Klasse statt Adjektiv.

Wer sie ernst nimmt, trifft die Entscheidungen früh: Raumtyp nach Abstand bestimmen, Klasse je Zone festlegen, Decke, Abschirmung, Möblierung und Grundgeräusch als ein Paket planen und die lauten Tätigkeiten in geschlossene Räume verlegen. Was danach noch fehlt, lässt sich selten nachrüsten.

Wir planen Ihre Fläche auf eine Klasse.

Grundriss, Belegung und Nutzung genügen für den Anfang. Sie bekommen von uns eine Einschätzung, welche Raumklasse erreichbar ist, was dafür nötig wird und wie sich das ausschreiben lässt, auf Wunsch vor Ort, deutschlandweit.

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Dieser Beitrag gibt die Systematik und die Kennwerte der VDI 2569 in der Ausgabe Oktober 2019 wieder und ersetzt keine schalltechnische Fachplanung. Maßgeblich ist der Originaltext der Richtlinie in der jeweils gültigen Fassung sowie die vertraglich vereinbarte Raumklasse. Angegebene Schalldämmwerte sind Prüfwerte aus dem Labor; am Bau erreichbare Werte hängen von Anschluss und Montage ab. Stand: August 2026.

Rechtlicher Hinweis. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt weder eine Fachplanung noch eine Rechtsberatung und stellt keine Rechts-, Bau- oder Anlageberatung dar. Alle Angaben, Werte und Empfehlungen sind unverbindlich und beschreiben typische Größenordnungen aus der Praxis; im Einzelfall können abweichende Anforderungen gelten. Normen, Richtlinien und Rechtsvorschriften werden fortgeschrieben; maßgeblich ist immer die zum Zeitpunkt Ihres Vorhabens geltende Fassung. Angegebene Schalldämm- und Brandschutzwerte sind Prüfwerte aus dem Labor; die am Bau erreichbaren Werte hängen von Anschluss, Nebenwegen und Montage ab. Verbindlich sind ausschließlich die im Genehmigungsverfahren nachgewiesenen Anforderungen, die vertraglichen Vereinbarungen und die Prüfzeugnisse der eingesetzten Systeme. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernehmen wir keine Gewähr; eine Haftung für Schäden aus der Nutzung dieser Informationen ist ausgeschlossen, soweit gesetzlich zulässig. Stand: August 2026.

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