Datenblatt einer Systemtrennwand mit Schalldämmwerten

Was die Zahlen auf Datenblättern wirklich bedeuten: Rw-Werte, Spektrum-Anpassungswerte und Schallschutzklassen

„Rw 45 (−1; −5) dB“: drei Zahlen, und die beiden in der Klammer entscheiden häufiger über das Ergebnis als die erste. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie Schallschutz-Datenblätter lesen: wie ein Schalldämmwert entsteht und woran Sie erkennen, ob zwei Angaben überhaupt vergleichbar sind.

Ein Datenblatt für eine Trennwand ist ein knappes Dokument: ein paar Zeilen Konstruktion, ein paar Maße, eine Zeile Schalldämmung. Genau diese Zeile wird zitiert, in Angebote übernommen und später mit dem verglichen, was im fertigen Raum zu hören ist. Dass dabei regelmäßig Enttäuschung entsteht, liegt selten am Produkt. Es liegt daran, dass die Zeile mehr voraussetzt, als sie verrät; ein Messverfahren, einen Prüfaufbau, eine Ausführung.

Hier geht es um die Zahlen selbst. Welche Werte ein Büro braucht, steht in Wie viel Schallschutz braucht ein Büro?. Was ein einzelner Wert im Alltag bedeutet, macht Was bedeutet eigentlich Rw 42 dB? anschaulich. Dieser Beitrag ist die Lesehilfe dazwischen.

Die kurze Antwort

  • Rw ist ein Einzahlwert aus einer ganzen Frequenzkurve, kein Wert für eine bestimmte Frequenz.
  • Der Apostroph zählt. Rw meint das Bauteil allein, R′w das Bauteil samt Nebenwegen im Gebäude.
  • C und Ctr in der Klammer korrigieren den Wert für zwei Geräuscharten, addiert und fast immer negativ.
  • Schallschutzklassen sind keine dB-Werte. Klasse 3 heißt mindestens 42 dB im Prüfstand.
  • Zwischen Prüfstand und Baustelle liegen 3 bis 5 dB, unser Planungswert bei sauberen Anschlüssen.
  • Vergleichbar sind zwei Angaben nur, wenn Kennwert, Prüfaufbau, Elementgröße und Ausführung übereinstimmen.

Wie aus einer Kurve eine einzige Zahl wird

Gemessen wird keine Zahl, sondern eine Kurve: das Schalldämm-Maß R für jedes Terzband einzeln, von 100 bis 3.150 Hertz. Das sind 16 Werte, und sie liegen nie auf einer geraden Linie; Leichtbauwände brechen irgendwo ein, Glas hat einen Einbruch im Bereich seiner Koinzidenzfrequenz. Damit man Bauteile trotzdem vergleichen kann, fasst DIN EN ISO 717-1 die 16 Werte zu einer Zahl zusammen.

So entsteht das bewertete Schalldämm-Maß Rw

  1. Die 16 gemessenen Terzwerte werden aufgetragen.
  2. Darüber legt man eine genormte Bezugskurve. Sie steigt von 100 bis 400 Hertz deutlich an, danach flacher, und verläuft ab 1.250 Hertz waagerecht. Ihre Form geht auf die 24er-Vollziegelwand zurück.
  3. Die Bezugskurve wird in Schritten von einem Dezibel so weit auf die Messkurve zu verschoben, bis die Summe der ungünstigen Abweichungen, also aller Stellen, an denen die Messwerte darunter liegen, gerade noch höchstens 32,0 Dezibel beträgt. Über 16 Bänder gemittelt sind das 2 Dezibel je Band.
  4. Der Wert der verschobenen Bezugskurve bei 500 Hertz ist Rw.

Daraus folgen zwei Dinge. Ein Einbruch in einem einzelnen Terzband kostet wenig, solange die übrigen Bänder ihn auffangen. Und alles unterhalb von 100 Hertz taucht in Rw gar nicht auf: Ein Bauteil kann tieffrequent durchlässig sein und trotzdem einen guten Wert tragen.

Zwei Wände mit demselben Rw können sich völlig verschieden anhören. Der Einzahlwert ist ein Vergleichsmaßstab, keine Beschreibung des Höreindrucks. Wo es darauf ankommt, gehört die Frequenzkurve aus dem Prüfbericht auf den Tisch.

Rw, R′w, DnT,w: drei Zahlen, die gleich aussehen

Die häufigste Verwechslung im Thema hat nichts mit Physik zu tun, sondern mit Buchhaltung: Ein Datenblattwert wird gegen eine Bauanforderung gehalten, obwohl beide verschiedene Größen meinen.

KennwertWas er beschreibtWo er herkommtWofür man ihn benutzt
RwBewertetes Schalldämm-Maß des Bauteils alleinPrüfstand, Nebenwege unterdrücktProdukte vergleichen, Bauteile ausschreiben
R′wDasselbe Bauteil im Gebäude, samt Übertragung über Decke, Boden und FassadeRechnerisch nach DIN 4109 oder Messung am BauAnforderungen nachweisen, Beschwerden klären
Rw’PSchreibweise unserer Datenblätter: bewerteter PrüfstandswertPrüfstand; P für Prüfstand, der Apostroph dafür, dass flankierende Übertragung nicht ausgeschlossen warSystem auswählen, mit Abschlag zum Bauwert
DnT,wStandard-Schallpegeldifferenz zwischen zwei konkreten Räumen, bezogen auf eine BezugsnachhallzeitMessung im fertigen GebäudeZwei Räume beurteilen, wenn es keine saubere Trennfläche gibt
C und CtrKorrekturen des Einzahlwerts für zwei genormte GeräuschartenAus derselben Messkurve gerechnetPrüfen, ob der Wert zur Lärmart passt
Rw 47 dB auf einem Datenblatt und eine Bauanforderung von R′w 47 dB sind zwei verschiedene Dinge.

Der Apostroph ist das wichtigste Schriftzeichen im ganzen Thema: Er bedeutet, dass die Übertragung über flankierende Bauteile enthalten ist. P steht für Prüfstand, R für Rechenwert. Bis 2018 zog die DIN 4109 vom Prüfstandswert ein Vorhaltemaß ab, 2 Dezibel bei Wänden, 5 bei Türen; die aktuelle Fassung arbeitet mit einem Sicherheitsbeiwert, bei Innentüren pauschal 5 Dezibel. Deshalb stehen auf älteren Datenblättern manchmal zwei Zahlen für dasselbe Bauteil.

Die Klammer hinter dem Wert: C und Ctr

Ein Gespräch im Nachbarraum hat sein Energiemaximum in den mittleren Frequenzen, ein LKW auf der Straße und ein Lüftungsgerät im Technikraum liegen deutlich tiefer. Weil der Einzahlwert alle Frequenzen gleich behandelt, kennt DIN EN ISO 717-1 zwei Korrekturen. Sie werden nicht extra gemessen, sondern aus derselben Kurve gerechnet, bewertet mit je einem genormten Spektrum:

  • C gehört zum ersten Spektrum, einem A-bewerteten rosa Rauschen: mittel- und hochfrequent betonte Geräusche wie Sprechen, Musik, spielende Kinder, schneller Straßen- und Schienenverkehr. Für Bürotrennwände ist das die relevante Größe.
  • Ctr gehört zum zweiten Spektrum, dem Geräusch innerstädtischen Straßenverkehrs, und damit zu allem tieffrequent Betonten: Stadtverkehr, langsamer Schienenverkehr, Propellerflugzeuge, Discomusik, Haustechnik mit tiefem Grundton.

Beide Werte werden zum Einzahlwert addiert, und weil sie fast immer negativ sind, verkleinern sie ihn. Aus „Rw 45 (−1; −5)“ wird für Sprache Rw + C = 44 dB und für tieffrequenten Lärm Rw + Ctr = 40 dB. Als Größenordnung liegt C in der Praxis zwischen 0 und −3 Dezibel, Ctr zwischen −2 und −10 Dezibel.

„Rw 45 (−1; −5)“ und „Rw 45 (−3; −9)“ sind auf dem Papier gleich stark. Vor einem Technikraum mit Lüftungsanlage sind es zwei verschiedene Wände; die eine liefert dort 40, die andere 36 Dezibel.

In normalen Büroetagen genügt der Blick auf Rw und C. Sobald Serverraum, Kälteanlage, Produktion oder eine innerstädtische Straße im Spiel sind, gehört Ctr in die Bewertung.

Ein Datenblattauszug, Zeile für Zeile übersetzt

Theorie hilft wenig ohne ein echtes Blatt. Die folgenden Zeilen stammen aus dem Datenblatt von CLARUS II:

Zeile auf dem DatenblattAngabeWas sie tatsächlich bedeutet
Schalldämmungbis 51 dB Rw’PDer höchste geprüfte Wert des Systems, nicht der Wert jeder Wand daraus. „bis“ ist die wichtigste Vokabel auf jedem Datenblatt.
12 mm VSG-Si + 12 mm VSG-Si51 dBDer Aufbau, der zu diesem Höchstwert gehört. Steht er nicht im Angebot, gilt der Wert nicht.
10 mm ESG + 10 mm VSG-Si46 dBDieselbe Wand, andere Verglasung.
CLARUS II Glastür45 dBTüren werden als komplettes Element geprüft: Blatt, Zarge, Dichtungen, Bodenspalt. Der Wandwert gilt für die Tür nie.
Aluminium-Verbundtür35 dBDieselbe Wand, andere Tür: 16 dB unter dem Höchstwert der Wand. In der Fläche zieht die Tür den Gesamtwert nach unten.
Wandstärke100 mm, Türzargenprofil und Türseitenteil 58 mmZwei Scheiben mit Abstand dämmen anders als eine; daher die Bautiefe.
Alle Werte sind Prüfstandswerte (Rw’P); am Bau liegen die erreichbaren Werte je nach Anschluss 3 bis 5 dB darunter.

Dasselbe Muster bei CLARUS: Einscheibensicherheitsglas mit 10 Millimetern erreicht 33 dB, Verbundsicherheitsglas mit Schallschutzfolie und 12 Millimetern 39 dB, 6 Dezibel Unterschied bei identischer Wandstärke und identischer Optik. Wer nur die Systembezeichnung vergleicht, sieht das nicht.

Schallschutzklassen von Türen

Bei Türen hat sich neben dem dB-Wert eine Klasseneinteilung eingebürgert, praktisch, weil sie Prüfwert und Einbauwert zusammen nennt, und gefährlich, weil die Klassennummer mit einem dB-Wert verwechselt wird. Beschrieben ist sie in der Richtlinie VDI 3728 zur Schalldämmung beweglicher Raumabschlüsse:

SchallschutzklassePrüfwertRechenwert am BauTypischer Einsatz
Klasse 0ab 27 dBab 22 dBInnentür ohne Anspruch
Klasse 1ab 32 dBab 27 dBStandardtür im Büroflur
Klasse 2ab 37 dBab 32 dBBürotür mit umlaufender Dichtung
Klasse 3ab 42 dBab 37 dBBesprechung, Vertraulichkeit
Klasse 4ab 47 dBab 42 dBPersonalgespräch, Beratung
Zwischen Prüfwert und Rechenwert liegen bei Türen 5 dB. „Schallschutzklasse 3“ bedeutet also 42 dB im Prüfstand und rund 37 dB am Bau, nicht umgekehrt.

Die DIN 4109 verlangt für Innentüren zwei Stufen: rund 27 Dezibel, wo eine Tür aus einem Flur in einen Vorraum führt, und rund 37 Dezibel, wo sie unmittelbar in einen schutzbedürftigen Aufenthaltsraum führt. Auf den Prüfwert wird dabei ein Sicherheitsbeiwert von 5 Dezibel angerechnet. Worauf es bei Dichtungen und Schwellen ankommt, beschreibt Akustiktüren im Büro: Dichtungen, Schwellen, Systeme.

Eine Tür hat nur als komplettes Element einen Wert: Türblatt, Zarge, Dichtungen und Bodenspalt gehören zur Prüfung. Wer die Absenkdichtung streicht, kauft eine andere Tür als die geprüfte.

Datenblatt und Anforderung passen nicht zusammen?

Schicken Sie uns beides. Wir sagen Ihnen, welcher Wert am Bau realistisch bleibt und was in der Ausschreibung fehlt, auch dann, wenn das Angebot nicht von uns stammt.

Warum zwei Herstellerangaben oft nicht vergleichbar sind

Zwei Systeme, beide „48 dB“, deutlicher Preisunterschied, und beide Angaben können korrekt sein. Der Grund steht nie in der Vergleichstabelle, sondern im Prüfbericht:

  • Der Prüfaufbau. Geprüft wird ein Wandausschnitt in einer festen Prüföffnung, in der Größenordnung von zehn Quadratmetern. Ob die Nebenwege dabei unterdrückt oder bauähnlich zugelassen waren, macht mehrere Dezibel aus.
  • Die Elementgröße. Ein Prüfelement hat weniger Stoßfugen je Quadratmeter als eine 18 Meter lange Flurwand, und Fugen sind der Punkt, an dem Schalldämmung verloren geht.
  • Die Wandhöhe. Ein Wert von einem 2,50 Meter hohen Element gilt nicht ungeprüft für 3,50 Meter.
  • Der Anschluss. Starr oder mit Dichtprofil, auf Rohdecke oder Unterdecke, mit oder ohne Bodenriegel; der Anschluss gehört zur Prüfung, nicht zum Zubehör.
  • Die geprüfte Kombination. Manche Angaben gelten für die Verglasung, andere für das Wandelement, wieder andere für Wand samt Tür.
  • Geprüft oder gerechnet. Rechenwerte sind zulässig; sie sollten als solche gekennzeichnet sein.

Die ehrlichste Frage an einen Anbieter lautet nicht „Wie viel dB?“, sondern „Für welche Ausführung, in welchem Prüfstand, an welchem Element?“. Wer eine Prüfberichtsnummer nennt, hat die Zahl. Wer ausweicht, hat eine Werbeaussage.

Die Dezibel zwischen Prüfstand und Baustelle

Der Prüfstand ist so gebaut, dass er möglichst nur das Bauteil misst. Im Gebäude gibt es diese Reinheit nicht: Der Schall nimmt jeden Weg, den er findet, über den Deckenhohlraum, unter dem Doppelboden hindurch, seitlich durch eine durchlaufende Fensterbank. Als Planungswert hat sich in unseren Projekten ein Abschlag von 3 bis 5 Dezibel bewährt. Wer 42 Dezibel am fertigen Bau braucht, bestellt also kein 42-dB-System, sondern eines mit 45 bis 47 Dezibel im Prüfstand.

Bei durchlaufender Unterdecke, offenem Doppelboden oder ungelöstem Fassadenanschluss gilt dieser Abschlag nicht mehr. Dann bestimmt der Nebenweg das Ergebnis, und das Datenblatt ist für diese Fläche nicht mehr zuständig.

Welche Nebenwege die meisten Dezibel kosten, steht in Wie viel Schallschutz braucht ein Büro?; Systemtrennwand gegen Trockenbau vergleicht Trennwandsystem oder Trockenbau?.

Dezibel im Kopf: 3, 6 und 10

Dezibel sind logarithmisch: Der Abstand zwischen zwei Zahlen sagt wenig darüber, wie groß der Unterschied klingt. Drei Merkposten reichen:

UnterschiedPhysikalischWie es sich anhört
3 dBDoppelte beziehungsweise halbe SchallenergieGerade eben wahrnehmbar
6 dBVierfache beziehungsweise ein Viertel der SchallenergieDeutlich hörbar, aber weit von „halb so laut“ entfernt
10 dBZehnfache beziehungsweise ein Zehntel der SchallenergieWird als etwa doppelt beziehungsweise halb so laut empfunden
Deshalb ist der Schritt von 42 auf 52 dB kein Zuschlag von einem Viertel, sondern eine andere Wand.

Was die einzelnen Stufen im Büroalltag bedeuten, zeigt Was bedeutet eigentlich Rw 42 dB?.

Was in unseren Datenblättern steht

Wir geben für jedes System den höchsten geprüften Wert an, gekennzeichnet als Rw’P: Höchstwerte, keine Zusagen für jede Ausführung. Die dritte Spalte nennt die Frage, die dazugehört:

SystemAngabe auf dem DatenblattWas Sie dazu erfragen sollten
CLARUSbis 39 dB Rw’PWelche Verglasung, zwischen ESG und VSG-Si liegen 6 dB bei gleicher Wandstärke
CLARUS IIbis 51 dB Rw’PWelche Kombination der beiden Scheiben, und welcher Türtyp
SYSTEM82bis 44 dB Rw’PWelcher Anteil Glas und welcher Anteil Vollwand geprüft wurde
SYSTEM105bis 51 dB Rw’POb Schall- und Brandschutz in derselben Ausführung nachgewiesen sind
VESTAbis 44 dB Rw’PWelche Brandschutzverglasung und welcher Türtyp gemeint sind
Systembürobis 42 dB Rw’POb Decke und Hallenanschluss mitbetrachtet sind
Hallentrennwandbis 42 dB Rw’POb raumhoch mit Deckenanbindung oder freistehend
Geprüfte Höchstwerte. Am Bau liegen die erreichbaren Werte je nach Anschlusssituation 3 bis 5 dB darunter.

CLARUS und CLARUS II sehen im Raum fast gleich aus. Der Unterschied steckt in Bautiefe und Verglasung, genau die beiden Zeilen, die man leicht überliest. Welche Glasarten wofür taugen, vergleicht ESG, VSG oder Einfachglas?; einen Überblick über die Bauweisen gibt Systemtrennwände & Glaswände.

Ein Datenblatt in fünf Minuten prüfen

Am Ende bleibt eine kurze Routine, die vor jedem Angebotsvergleich funktioniert:

Sechs Fragen, die jede Angabe einordnen

  1. Welcher Kennwert? Und passt er zu der Anforderung, gegen die Sie ihn halten?
  2. Prüfstand oder Bau? Ein P im Index heißt: Abschlag einplanen.
  3. Steht „bis“ davor? Dann gilt der Wert für die beste Ausführung, nicht für die angebotene.
  4. Was steht in der Klammer? Ohne C und Ctr lässt sich über tieffrequenten Lärm nichts sagen.
  5. Ist die Tür getrennt ausgewiesen? Sonst fehlt die Zahl, die den Gesamtwert bestimmt.
  6. Prüfbericht zur angebotenen Ausführung? Nicht zum verwandten System.

Häufige Fragen zu Schalldämmwerten auf Datenblättern

Was bedeutet Rw genau?

Rw ist das bewertete Schalldämm-Maß: ein Einzahlwert, der nach DIN EN ISO 717-1 aus der Frequenzkurve gebildet wird. Eine genormte Bezugskurve wird in 1-dB-Schritten verschoben, bis die Summe der ungünstigen Abweichungen höchstens 32,0 dB beträgt; der Wert der verschobenen Kurve bei 500 Hz ist Rw. Bewertet wird der Bereich von 100 bis 3.150 Hz.

Was ist der Unterschied zwischen Rw und R′w?

Der Apostroph steht für die Nebenwege. Rw beschreibt das Bauteil allein, wie im Prüfstand gemessen. R′w beschreibt dasselbe Bauteil im Gebäude, einschließlich der Übertragung über Decke, Boden, Fassade und angrenzende Wände, und liegt deshalb niedriger.

Wofür stehen C und Ctr?

Es sind Spektrum-Anpassungswerte nach DIN EN ISO 717-1. C bewertet das Bauteil gegenüber einem mittel- und hochfrequent betonten Spektrum, Ctr gegenüber tieffrequentem Lärm wie innerstädtischem Straßenverkehr oder Haustechnik. Beide werden zum Einzahlwert addiert und sind in aller Regel negativ.

Was bedeutet Schallschutzklasse 3 bei einer Tür?

Mindestens 42 dB im Prüfstand und rund 37 dB als Rechenwert am Bau. Die Klassennummer ist kein dB-Wert, zwischen Prüfwert und Rechenwert liegen bei Türen 5 dB. Geprüft wird immer das komplette Element aus Türblatt, Zarge, Dichtungen und Bodenanschluss.

Warum weichen die Angaben verschiedener Hersteller so stark ab?

Weil hinter gleich aussehenden Zahlen unterschiedliche Prüfungen stehen: andere Prüfstände, Elementgrößen, Wandhöhen, Anschlüsse und Kombinationen aus Glas, Profil und Tür. Fragen Sie nach dem Prüfbericht zur angebotenen Ausführung.

Wie viel Abzug muss ich zwischen Datenblatt und Baustelle einplanen?

Als Planungswert haben sich in unseren Projekten 3 bis 5 dB bewährt, saubere Anschlüsse und keine groben Nebenwege vorausgesetzt. Läuft die Wand nur bis zur abgehängten Decke oder fehlt der Riegel im Doppelboden, ist der Abstand deutlich größer.

Fazit

Ein Datenblattwert ist eine Aussage über ein Bauteil unter definierten Bedingungen, nicht über Ihren Raum. Wer das im Kopf behält, liest jede Angabe richtig: Der Einzahlwert fasst eine Kurve zusammen und blendet die tiefen Frequenzen aus. Der Apostroph verrät, ob die Nebenwege drinstecken. Die Klammer sagt, für welche Geräuschart der Wert gilt. Und „bis“ macht aus einer Zusage eine Obergrenze.

Sechs Fragen an ein Datenblatt reichen, um zu erkennen, ob zwei Angebote dasselbe anbieten. Den Rest (Anschlüsse, Türen, Nebenwege) klärt man besser vorher am Plan als hinterher am fertigen Raum. Wie sich zwei Systeme anhören, führen wir Ihnen am besten vor Ort an Mustern vor; einen Überblick der Systeme gibt unser virtueller Showroom, und welche Werte ein Büro braucht, ordnet Akustik & Schallschutz im Büro: die maßgeblichen Normen ein.

Zahlen prüfen, bevor sie im Vertrag stehen.

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Dieser Beitrag erklärt Kennwerte und Prüfverfahren und nennt Planungswerte aus unserer Projektpraxis. Er ersetzt keine schalltechnische Fachplanung und keinen Nachweis nach DIN 4109. Verbindlich sind die Prüfberichte der eingesetzten Systeme und die im Projekt vereinbarten Anforderungen. Angegebene Werte sind Prüfwerte. Stand: August 2026.

Rechtlicher Hinweis. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt weder eine Fachplanung noch eine Rechtsberatung und stellt keine Rechts-, Bau- oder Anlageberatung dar. Alle Angaben, Werte und Empfehlungen sind unverbindlich und beschreiben typische Größenordnungen aus der Praxis; im Einzelfall können abweichende Anforderungen gelten. Normen, Richtlinien und Rechtsvorschriften werden fortgeschrieben; maßgeblich ist immer die zum Zeitpunkt Ihres Vorhabens geltende Fassung. Angegebene Schalldämm- und Brandschutzwerte sind Prüfwerte aus dem Labor; die am Bau erreichbaren Werte hängen von Anschluss, Nebenwegen und Montage ab. Verbindlich sind ausschließlich die im Genehmigungsverfahren nachgewiesenen Anforderungen, die vertraglichen Vereinbarungen und die Prüfzeugnisse der eingesetzten Systeme. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernehmen wir keine Gewähr; eine Haftung für Schäden aus der Nutzung dieser Informationen ist ausgeschlossen, soweit gesetzlich zulässig. Stand: August 2026.

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